Fotos: Selina Schrader / HiPi Aufmacher Rainbow Buddha Bowls
Nachgekocht

Angesagte Schüsseligkeit

Wenn sich ein Food-Trend durchgesetzt hat, dann die gut bestückten und angeblich so gesunden Bowls. Caroline Franke hat Rezepte unter dem Motto Rainbow Buddha Bowls veröffentlicht. Wir haben die Sommer-Bowl nachgekocht

Text: Eva-Maria Hilker • Fotos: Selina Schrader / HiPi

Einfach sollte es sein und schnell gehen. Hilfreich sind die Zeitangaben, bei denen auch immer die Einweichzeiten der Bohnen bzw. Hülsenfrüchte angegeben werden. Das aufwendigste Gericht diesbezüglich ist die Jerusalem-Bowl mit 70 Minuten Zubereitung und 16 Stunden Einweichzeit. Doch keine Sorge, es sind auch Rezepte zu finden, die gerade mal 30 Minuten benötigen.

Jede der insgesamt 35 Bowls ist appetitlich arrangiert und fotografiert. Kein Wunder, denn die Buchautorin Caroline Franke ist Food-Stylistin. Angefangen hat sie im Axel-Springer-Verlag, hat für die Bild am Sonntag zahlreiche Artikel und Reportagen über gutes Essen und neue Food-Trends geschrieben. Heute hat sie ihre Passion zum Beruf gemacht und arbeitet für verschiedene Verlage, für Zeitschriften und andere Publikationen.

Jetzt also ihr eigenes Kochbuch. Die Sommer-Bowl ist es nun, die auf Alltagstauglichkeit in der Büro-Küche getestet wird. Schon nach kurzer Vorbereitungszeit ist deutlich: das ist ein Schüsselgericht, das wirklich jeder zubereiten kann. Die Kartoffeln werden als einzige Zutat gerade mal zehn Minuten gekocht, der Rest wie Baby-Spinat und Radieschen gewaschen und geschnippelt. Die Erbsen sind dem Pragmatismus zum Opfer gefallen bzw. sie kamen in Form von Tiefkühlkost zum Einsatz. Eigentlich sollten frische Schoten und dann die Erbsen gepult werden. Auch die Vinaigrette ist schnell zusammengerührt: Zitronensaft, Dijonsenf, Himbeeressig, Agavendicksaft, Olivenöl, mehr ist es nicht.


Bilder vom Nachkochen der Sommer-Bowl:
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Das Rösten der blanchierten Kartoffeln dauert etwas länger. Und warum erst der Knoblauch zum Schluss und zwar gehackt dazukommen soll? Ein Rätsel. Denn auf der Abbildung dieser Bowl ist zu erkennen, dass der Knoblauch eindeutig in dünne Scheiben geschnitten und geröstet wurde. Hätten wir auch noch gekonnt. Die Zeit zur Abkühlung der Kartoffeln – 30 Minuten – haben wir verkürzt. Denn ein lauwarmer Salat hat auch seine Qualitäten. Jetzt noch Blüten als Garnitur über das Ganze streuen – die machen das Gericht bunter –, denn das Motto des Rezeptbuches heißt ja „Buntes Glück aus einer Schüssel“.

Fazit: die Sommer-Bowl schmeckt auch im tiefen Teller, ist einfach nachzukochen und macht Lust auf mehr. Was leider vermisst wurde, sind Kräuter. Die sind deutlich auf dem Foto zu erkennen, nur bei den Zutaten kommen sie nicht vor. Oder sollten diese in der Packung essbarer Blüten sein? Trotz dieser Nickligkeiten gehört dieses Rezeptbuch in jede Küche. Es macht Mut, einfach und gesund zu kochen, und inspiriert zu immer neuen Kreationen.

Rainbow Buddha Bowls

Rainbow Buddha Bowls
Buntes Glück aus einer Schüssel,
Caroline Franke,
Jan Thorbecke Verlag,
www.thorbecke.de,
64 Seiten, 16 €