Fotos: Sophokles Tasioulis Aufmacher Nachgekocht
Nachgekocht

Für und mit Freunden

Es fühlte sich etwas verwegen, ja fast ein wenig großspurig an. Ein Drei-Gänge-Menü als Geburtstagsgeschenk. Selbst gekocht, in der Küche der Freunde und nach neuen Rezepten. Es hat großen Spaß gemacht!

Text: Eva-Maria Hilker • Fotos: Sophokles Tasioulis

Der Einkauf gestaltet sich nicht ganz so einfach. Erst einmal an ein Kaninchen zu kommen, ist im sommerlichen Berlin kaum möglich. „Ist keine Saison“, so die knappe Antwort der Fachverkäufer in den Supermärkten. Doch auf dem Winterfeldmarkt sind zumindest Keulen zu haben – im Rezept steht zwar ein ganzes Kaninchen, was der Metzger dann in acht Stücke teilen soll, aber vier Keulen für vier Personen passt wunderbar. Und die Dame am Markt-Stand hat noch Kaninchen-Leber. Die sind zwar im Rezept überhaupt nicht vorgesehen, aber die Verkäuferin lässt nicht locker und preist die Zartheit dieser Innereien derart an, dass es kein Entrinnen gibt.

Der Plan ist ein Drei-Gänge-Menü zuzubereiten. Nach Rezepten der beiden Fachfrauen und Journalistinnen Elisabeth Raether und Margit Stoffels. Den Zeit-Magazin-Lesern sind sie vertraut. Sie liefern jede Woche ein Rezept, das tatsächlich ganz gut funktioniert. Zum Start soll es einen klassischen japanischen Spinatsalat geben, danach Kaninchen mit Fenchel und zum Schluss einen Joghurtkuchen.

Die zweite Hürde beim Einkauf: der Reiswein oder auch Mirin genannt. Den gibt es nicht überall. Freund Wolfgang hat aber ein Fläschchen bei der Bio Company gefunden.

Die dritte Hürde: die zeitliche Koordination der Zubereitungen. Insgesamt bedarf es zweieinhalb Stunden, um alles fertig zu kriegen. Und es ist einfach großartig, wenn eine Person hilft.


Ein paar Details bei der Zubereitung:
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Grundregel: Alles was zu Schnibbeln ist, erst mal gleich erledigen und alles griffbereit auf Teller und Schüsseln verteilen. Die Kaninchen teile müssen 45 Minuten schmoren. Also empfiehlt es sich mit dem Hauptgang loszulegen. Dann Spinat waschen, für das Salatdressing den Leinsamen rösten. Im Rezept steht zwar, dass der dann warm in einem Mörser zu einer Paste gestampft werden soll, ein bisschen Olivenöl und ein Pürierstab schaffen aber definitiv einen zeitlichen Vorteil und dem Geschmack tut es keinen Abbruch. Nicht zu empfehlen ist ein Fertigprodukt. Das kommt von Würze und Frische überhaupt nicht an das selbstgemachte Dressing ran.

Die Kaninchenstücke sowie die Zutaten Speck, Zwiebeln, Knoblauch und Fenchel sind schnell angebraten. Der Topf schmurgelt vor sich hin. Der Spinat fällt beim Blanchieren zu einer Menge zusammen, so dass eigentlich nur eine homöopathische Dosis für jeden bleibt. Aber da kommt die Kaninchenleber ins Spiel. Die kurz vor dem Servieren der Vorspeise zubereiten. In der Pfanne Ringe von roten Zwiebeln anrösten, mit Rotwein ablöschen und die gesalzene und gepfefferte Leber kurz von jeder Seite anbraten.

Hilfreich ist zudem, wenn eine oder einer immer mal wieder zwischendurch die Passagen der Zubereitung laut vorliest. Das ordnet die Gedanken und bringt einen auf Stand. Gerade beim Kuchenbacken zum Schluss ist das von großem Vorteil. Das Rezept ist zwar sehr, sehr einfach, aber die Menschheit unterteilt sich in diejenigen, die gut kochen, aber nicht gut backen können und umgekehrt. Doch den „gateau au yaourt“ kann wirklich jeder.

Das Resümee: Kochen für Freunde soll eine Tradition werden. Das Geburtstagskind ist der Meinung, dass man zum Beispiel auch zum Namenstag entsprechend üppig bekocht werden sollte. (emh)

Alle Rezepte
sind zu finden unter www.zeit.de/zeit-magazin

Übrigens: Zum Kochen gab es einen amerikanischen Weißwein und zum Essen einen französischen Rotwein. Das Brot zum Hauptgang ist von Du Bonheur und von Zeit für Brot.