Vier-Gänge-Menü
Die Rezepte sind von Küchenchef Johann Maier vom Bundesbüdchen.
Sauerteigbrot mit Butter und Maggi
Sauerteigbrot
900 g Mehl (Type 550)
100 g Vollkorn-Weizenmehl
Sauerteigsstarter
200 g Weizensauerteig
20 g Salz
800 ml Wasser (kalt)
Ansetzen des Weizensauerteigs:
In der Früh 1 EL des Sauerteigsstarters mit 100 g Mehl und 100 ml kaltem Wasser mischen.
Abends / später Nachmittag:
Sauerteig in 650 ml Wasser geben (wenn der Starter im Wasser schwimmt, ist er aktiv genug), 900 g Mehl und 100 g Vollkornmehl hinzufügen, gut rühren bis alle Mehlklumpen gelöst sind. 30 Minuten Rasten lassen (Ruhephase).
20 g Salz und 50 ml kaltes Wasser hinzufügen, nochmals durchkneten (etwa 8 Minuten, bis sich gute Glutenentwicklung eingestellt hat). 4-6 Stunden gären lassen (Stockgare).
Teig alle 30 Minuten ziehen und falten bis 2 Stunden vergangen sind. Der Teig sollte 30-40 % mehr Volumen bekommen. Teig auf die Arbeitsoberfläche stürzen, von oben den Teig leicht bemehlen, mit einem Teigschaber teilen, umdrehen und rundwirken, um Oberflächenspannung zu entwickeln.
20-30 Minuten rasten (Zwischengare), leicht bemehlen, Teig umdrehen, die Form behalten, mehrfach Falten, möglichst nicht die Luft aus dem Teig drücken, eine Minute rasten lassen. Gärkorb mit Reismehl und Weizenmehl bestauben. Den Teigling in die Gärkörbe verkehrt herum geben sodass der Boden nach oben sieht. Bis zum nächsten Tag im Kühlschrank abgedeckt gehen lassen.
Einen Bräter aus Stahl bei 300 °C 30 Minuten vorheizen, das Brot in den Bräter stürzen, einschneiden, Deckel schließen und 45 Minuten backen, dann Deckel abnehmen und weitere 45 Minuten backen, bis die Kruste Farbe bekommt.
Butter mit Maggi
250 g Butter
25 g Liebstöckel
250 g Tamari
Liebstöckel samt Stil mit der Soja-Sauce in einem Glas bei Zimmertemperatur eine Woche ziehen lassen.
Die warme Butter entweder mit einem Handrührgerät oder einer Küchenmaschine mit dem Schneebesen so lange rühren, bis sie weiß geschlagen ist.
Auf die Butter etwa zwei Esslöffel von dem Maggi geben und mit einem Schlesinger (Teigschaber ohne Stiel) marmorieren.
Saibling mit Buttermilch, Rettich & Petersilie
Saibling
Der Saibling sollte etwas größer sein (1-2 kg). Filetieren, gräten zupfen, mit der Haut in einer Beize aus
300 g Salz
100 g brauner Zucker
100 g Zucker
schwarzer Pfeffer
Kümmel (gestoßen)
Fenchelsamen (gestoßen)
eine Stunde wirken lassen. Abwaschen, gut trocknen, Haut mit einem Schnitt runternehmen.
Buttermilch-Marinade
50 ml Milch
50 ml Buttermilch-Garum
(oder 30 ml Fish Sauce oder ein anderes Garum)
10 g Meerrettich (frisch)
Weißer Pfeffer
Zitronenschale (zum Abschmecken)
Alles mit dem Handmixer vermischen.
100 ml flüssige Sahne
erst später hinzufügen, weil die Sahne sonst Luft bindet und andickt.
Eingelegter Bierrettich
Darauf achten, dass der Rettich knackfrisch und nicht holzig ist, schälen, in feine Brunoise schneiden dann kalt in einem Sud aus
375 ml Mizkan Reisessig
375 ml Wasser
250 g Zucker
50 g Salz
125 ml Branntweinessig
einlegen und dann bei Bedarf in einem Sieb abtropfen lassen.
Petersilien-Öl
500 ml Sonnenblumenöl
100 g Petersilienblätter glatt
Das Öl auf 85 °C erhitzen, dann mit den Blättern etwa 40 Sekunden auf höchster Stufe in einem Thermomix oder einem anderen Mixer mixen.
Geklärte Oxtail-Suppe
mit Langostino-Maultasche
Oxtail-Consommé
2000 g Ochsenschwanz
Salz und Pfeffer
400 g Karotten (grob gewürfelt)
250 g Knollensellerie (grob gewürfelt)
300 g Zwiebeln (grob gewürfelt)
Den geschnittenen Ochsenschwanz gut mit Salz und Pfeffer würzen, in einem großen Bräter langsam ordentlich anbraten, herausnehmen, Karotten und Knollensellerie gewürfelt anbraten, nicht zu dunkel, Zwiebel dazugeben, mitbraten bis diese eine schöne Farbe haben.
Dann Gewürze dazugeben:
10 schwarze Pfefferkörner
6 Pimentkörner
4 Wacholderbeeren
2 Lorbeerblätter
500 ml Rotwein (kräftig, trocken)
150 ml Portwein
Kurz mitschwitzen und dann mit Rot- und Portwein ablöschen und einreduzieren. Jetzt den Ochsenschwanz hinzugeben, mit 5 Liter Wasser aufgießen und langsam schmoren bis das Fleisch vom Knochen fällt (etwa 5 Stunden). Den Schmorfond durch ein Tuch passieren, abkühlen lassen, das oben gehärtete Fett runternehmen (degraissieren).
Die kalte Suppe mit
750 g mageres Rinderhack
5 Eiweiß
100 g Mirepoix
5 g Salz
verrühren. Bei mittlere Hitze unter mehrmaligem Rühren, damit es nicht anbrennt, langsam aufkochen. Etwa eine Stunde leicht Köcheln und nicht bewegen, sodass der Klärkuchen ganz bleibt, dann langsam auf durch ein Tuch abseihen. Die Consommé nun mit
Sherry und Salz
abschmecken.
Fischfarce für die Füllung
100 g Zanderabschnitte
1 Ei
3 g Salz
50 g kalte Butter
90 ml Sahne
Fein mixen, durch ein belgisches Sieb streichen.
Langostino-Füllung
100 g Langostinofleisch
3 EL Mie de pain (oder Panniermehl)
50 ml Sahne
1 Msp Safranfäden
1 EL Zitronenabrieb
Langostinos, wahlweise tiefgekühlt, Schwänze und Scheren ausbrechen, grob hacken unter die Fischfarce heben. Den Safran mit der Sahne einmal aufkochen, abkühlen lassen. Dann mitsamt dem Mie de pain unterheben und mit Salz und Zitronenabrieb abschmecken.
Maultaschenteig
300 g Mehl
100 g Gries
1 Prise Salz
4 Eier
10 ml Öl
Gut kneten, in Folie einwickeln und 1 Stunde im Kühlschrank rasten lassen.
Am Besten mit einer Pasta-Maschine bis auf 1,5 mm dünn ausrollen. Die Bahn auf 10 cm zuschneiden, die Füllung in einen Dressiersack füllen, eine Wurst auf das untere Drittel der Bahn spritzen. Den unteren Teil der Bahn darüber legen, alle Verbundstellen immer mit verquirltem Ei bepinseln, nochmal eine Linie mit der Füllung spritzen und dann komplett zurollen. Versuchen Sie die Maultaschenrolle möglichst eng zu rollen. Die langen Maultaschen kurz anfrieren, dann in handliche Stücke schneiden und in siedendem Salzwasser 7-8 Minuten garen.
Vor dem Servieren langsam in
Butterschmalz
braten. Zum Servieren:
Schnittlauch (frisch geschnitten)
Wurzelgemüse-Julienne (blanchiert)
Gulasch von der Rinderwade mit böhmischem Knödel
Gulasch
1000 g Rinderhesse (ohne Knochen, grob gewürfelt und von dicken Sehnen befreit)
1000 g Zwiebelwürfel
1 EL Majoran
1 EL Kümmel (ganz)
2 EL Paprika (edelsüß)
100 ml Essiggurkenwasser
1 TL Salz
1 TL Sriracha
1 TL Knoblauch (gehackt)
4 EL Schweineschmalz
Die Zwiebelwürfel bei ungefähr 150 °C im Topf langsam unter ständigem Rühren karamellisieren. Nun die Gewürze hinzufügen und etwa 1 Minute mitrösten, Nicht viel länger, weil sonst der Paprika bitter wird, aber schon eine gewisse Zeit, damit sich die ätherischen Öle richtig lösen.
Jetzt kommt das Fleisch und Salz dazu, mit dem Gurkenwasser ablöschen und dann zugedeckt langsam im eigenen Saft schmoren. Es sollte kein extra Wasser hinzugefügt werden. Das Gulasch ist fertig, wenn es zwischen den Fingern zerfällt. Am Schluss eventuell mit Salz nachschmecken und für etwas Schärfe Sriracha und Knoblauch verwenden.
Böhmischer Knödel
500 g Mehl
12 g Zucker
5 g Salz
7 g Trockenhefe
10 ml Öl
1 Ei
270 ml Wasser
Alles etwa 10 Minuten kneten und eine Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen etwa verdoppelt hat. In einen langen Knödel formen, nochmal 30 Minuten rasten lassen. Bei 85 °C 35 Minuten dämpfen.
Als Garnitur eignen sich
sautierte Birds Eye Chili und confierter Knoblauch, sowie eine Essiggurke.
Schokoladen-Crémeux mit Walnuss & Dulce de Leche
Walnuss-Kuchenboden
210 g Walnusskerne
4 Eiweiß
75 g weiche Butter
53 g Puderzucker
Abrieb von 1 Zitrone
15 g Zucker
Walnusskerne im Mixer fein mahlen. Mit der Hälfte des flüssigen Eiweiß, weicher Butter, Puderzucker und Zitronenabrieb verquirlen. Nicht die Butter überschlagen.
Währenddessen die zweite Hälfte Eiweiß mit Zucker zu einer Meringuemasse – nicht komplett steif – schlagen. Dann die Meringue vorsichtig unter die Walnussmasse heben und auf ein Backblech mit Backpapier geben und bei 180 °C
Schokoladen-Crémeux
1 Ei (ca. 60 g)
90 ml Vollmilch
90 ml Sahne
120 g dunkle Schokolade (70 % Kakaoanteil)
Prise Meersalz (grob)
Ei mit Vollmilch und Sahne in einer Schüssel über einem Wasserbad unter ständigem Rühren zur Rose abziehen (auf 82-83 °C erhitzen). Von der Hitze nehmen und dunkle Schokolade hinzugeben, eine Minute stehen lassen, dann glatt rühren, evtl. Mixstab zur Hilfe nehmen. Am Schluss grobes Meersalz unterrühren, auskühlen lassen, in einer Rührmaschine aufschlagen.
Dulce de Leche Eiscreme
195 ml Vollmilch
50 ml Sahne
60 ml Kondensmilch
27 g Magermilch-Pulver
12 g Glucosepulver
(alternativ 1 g Johannisbrotkernmehl)
24 g Zucker
1 g Pektin
Kondensmilch in der Dose 5 Stunden köcheln lassen. Vor Öffnen oder Verwendung komplett auskühlen lassen, sonst droht Verbrennungsgefahr.
Milch, Sahne, Dulce de Leche bei 50-60 °C auflösen lassen. Die Pulver und Zucker in einer separaten Schüssel verrühren, zur Eismasse hinzugeben und dann bis auf 80 °C erhitzen, bis das Pektin bindet.
Die Masse 12 Stunden kühl stellen, aufrühren und dann in einer Eismaschine churnieren.
Zum Anrichten etwas Salz auf das Eis geben.
„Einfach besser lassen!“
Konstant hält Johann Maier am Konzept des Bundesbüdchen fest – und überrascht damit sogar sich selbst. Seit der Eröffnung hat er die Speisekarte kaum verändert; stattdessen wurden die Rezepte immer weiter verfeinert. „Man merkt mit der Zeit, wie die Küche zu führen ist, damit die einzelnen Komponenten der Gerichte optimal zur Geltung kommen.“ Kein Wunder, dass Maier von Gästen aus München und Bayern schon mehrfach gehört hat, hier gäbe es den besten Schweinebraten Berlins. Sein Credo: „Einfach besser lassen!“
Dennoch bleibt Raum für dezente Anpassungen: Saisonale Produkte wie Wildpilze und Kürbis bereichern aktuell die Karte. Wenn Maier über seine Philosophie spricht, klingt unverkennbar seine süddeutsche Herkunft durch. Der gebürtige Passauer versteht es, traditionelle Gerichte in überraschend moderne Varianten zu verwandeln – längst keine Allerweltsinterpretation eines Trends, sondern Ausdruck seines ganz eigenen Stils.
Seine Ausbildung absolvierte Maier im legendären Wiener Hotel Sacher, wo er die feinen Unterschiede zwischen gehobener Hausmannskost und exzellenter Küche kennenlernte. Erste Stationen führten ihn unter anderem zu Mraz & Sohn in Wien. 2015 zog es ihn nach Berlin, wo er zunächst an der Seite von Lukas Mraz die Cordobar prägte. Neue Impulse sammelte Maier auf einer ausgedehnten Lateinamerika-Reise, bevor all diese Erfahrungen in seine unverwechselbare Handschrift als Küchenchef einflossen.
Das Ergebnis: Zugängliche, nahbare, nachhaltige und handwerklich beeindruckende Kulinarik – das garantiert einen genussvollen Lunch beim Pop-up EssPress x Bundesbüdchen. (emh)
Bundesbüdchen
Hannoversche Straße 2, Mitte,