Vier-Gänge-Menü
Die Rezepte für diesen Monat sind von Hannah Cooper-Borchardt aus dem Feed the Pony
Herzhafte Käsewaffeln mit Senfcreme & Sauerkraut
Zutaten
(für 4 Personen)
1 Päckchen gelbe Senfkörner
200 ml Apfelsaft
200 ml Apfelessig
4 EL Mayonnaise
2 EL scharfer Senf
75 g gereifter Bergkäse
25 ml Rapsöl
1 Ei
100 ml dunkles Bier
35 g Mehl
1/4 TL Backpulver
1/2 Bund Schnittlauch
etwas Butter
Fass-Sauerkraut (aus dem Kühlregal)
Zubereitung
Eingelegte Senfkörner:
Senfkörner dreimal in Wasser blanchieren.
Senfcreme:
Mayonnaise mit Senf verrühren, eingelegte Senfkörner untermischen.
Käsewaffeln:
Käse reiben oder in der Küchenmaschine zerkleinern. Öl, Ei und Bier mit dem Käse verrühren. Mehl und Backpulver hinzufügen und alles gründlich mit dem Schneebesen oder der Küchenmaschine vermengen. Schnittlauch fein schneiden und unter den Teig rühren. Den Teig abgedeckt etwa 1 Stunde kühl stellen. Im Waffeleisen goldgelbe Waffeln ausbacken.
Anrichten:
Waffeln mit etwas Butter bestreichen, kurz erwärmen. Mit Senfcreme bestreichen und mit Sauerkraut toppen.
Gurkensalat mit Holunderblütendressing, Zucchini & Meerrettichgranité
Zutaten
(für 4 Personen)
500 ml Buttermilch
1 Glas Tafelmeerrettich
Essig, Wasser, Zucker
Frische Holunderblüten
4 Mini-Gurken
Salz
3 EL Rapsöl
150 g Crème fraîche
1 Spritzbeutel
1 gelbe Zucchini
frischer Meerrettich
Zubereitung
Meerrettichgranité:
Am Vortag 300 ml Buttermilch mit Tafelmeerrettich fein mixen. Durch ein Sieb streichen, auf ein flaches Blech geben und einfrieren.
Holunderblüten-Picklesud:
3 Teile Essig, 2 Teile Wasser, 1 Teil Zucker aufkochen. Holunderblüten einlegen, abgedeckt abkühlen lassen.
Gurken:
Gurken waschen und auf einer Seite gerade bis zur Hälfte einschneiden, dann um 180° drehen und auf der anderen Seite um 45° versetzt ebenfalls einschneiden. Gurken in eine Schale legen, salzen und ziehen lassen, anschließend trocken tupfen.
Dressing:
200 ml Buttermilch mit Öl, Salz und 2 EL vom Holunderblütensud verrühren. Über die Gurken geben.
Crème fraîche mit etwas Salz würzen und in einen Spritzbeutel füllen. Gelbe Zucchini in dünne Scheiben schneiden, salzen, trocknen, in Öl goldbraun braten.
Anrichten:
Gurken kreisförmig auf dem Teller anrichten.
Etwas Crème fraîche in die Mitte spritzen.
Zucchinischeiben dekorativ einstecken.
Holunderblüten auf den Gurken verteilen.
Frischen Meerrettich darüber reiben.
Gefrorenes Granité mit einer Gabel abschaben
Gebratener Rehrücken mit Kopfsalat, Frühlingszwiebeln & kalter Bratensauce
Zutaten
(für 4 Personen)
400 g Rehrücken
grobes Meersalz
1 Glas Bio-Wildfond (ca. 400 ml)
2 Kopfsalate
2 EL Butter
2 EL Mayonnaise
2 EL Rapsöl
1 EL Apfelessig
1/2 EL Senf
Salz
1 Glas Kapern
gemischte Wildkräuter
4 Frühlingszwiebeln
Zubereitung
Rehrücken von Sehnen befreien, salzen, 20 Minuten kalt stellen. Danach vom Salz befreien. Den Wildfond auf die Hälfte reduzieren, abkühlen lassen.
Äußere Kopfsalatblätter entfernen, waschen. Butter bräunen, äußere Salatblätter zugeben und zusammenfallen lassen. Salatblätter anschließend pürieren, durch Sieb streichen. Den entstehenden Salatsaft mit Mayo, Öl, Essig, Senf und Salz abschmecken.
Innere Salatblätter waschen und wieder zu einem „Salatkopf“ auf den Teller legen, mit Dressing beträufeln, Kapern und Wildkräuter dazugeben.
Frühlingszwiebeln waschen, längs vierteln, auf der Schnittfläche anbraten, beiseitelegen.
Rehrücken auf Zimmertemperatur bringen und dann scharf anbraten (je Seite ca. 4 Min).
Bei 180 °C bis 58 °C Kerntemperatur im Ofen garen, danach 2 Minuten ruhen lassen.
Pfanne mit Butter deglacieren, Frühlingszwiebeln darin erwärmen.
Anrichten:
Rehrücken in Scheiben schneiden, auffächern, Wildfond-Reduktion mittig platzieren. Frühlingszwiebeln dazwischen dekorieren.
Rhabarber-Sorbet mit Kürbiskern-Biskuitrolle & Estragonöl
Zutaten
(für 4 Personen)
500 g Rhabarber
25 g Zucker
25 g Glukose
Waldmeister (nach Geschmack)
2 Eier
1 Prise Salz
kleiner Spritzer Essig
25 g Zucker
35 g gemahlene Kürbiskerne
70 g Mehl
1/2 TL Backpulver
etwas Butter
50 g Frischkäse
100 g Topfen (oder Quark)
1 Spritzbeutel
300 ml Rapsöl
1 Bund Estragon
Zubereitung
Sorbet:
370 g Rhabarber klein schneiden, kochen bis er zerfällt. Zucker und Glukose zugeben, auflösen lassen. Abkühlen, in Eismaschine oder manuell gefrieren
Eingelegter Rhabarber:
Zucker-Wasser-Sirup (1:1) aufkochen, mit Waldmeister aromatisieren. Den restlichen Rhabarber weich kochen, abkühlen lassen. Schälen ist nicht notwendig, lediglich die Enden sind abzutrennen.
Biskuit:
Eier trennen. Eiweiß mit Salz und Essig steif schlagen. Zucker einrieseln lassen, weiter schlagen. Eigelb unterrühren. Kürbiskernmehl, Mehl und Backpulver sieben und unterheben. Auf passendes Backblech streichen, bei 180°C ca. 8 Minuten backen. Auf gezuckertes Tuch stürzen, einrollen, abkühlen lassen.
Cheesecake-Creme:
Butter bräunen, abkühlen lassen.
Estragonöl:
Rapsöl mit Estragon mixen (10 Min.), durchsieben, abfüllen. Benötigt wird zwar sehr wenig, aber lässt sich in kleineren Mengen schlecht zubereiten.
Rolle zusammenbauen:
Biskuit entrollen, mit dem gegarten Rhabarber belegen, Cheesecake-Creme dazwischen spritzen. Wieder eng zusammenrollen, in Frischhaltefolie wickeln, 1–2 Std. kühlen.
Anrichten:
Scheiben der Rolle auf Teller setzen.
Kleine Kraniche, große Küche
Feed the Pony ist eine Entdeckung, die garantiert neue Geschmackserlebnisse bietet. Dafür verantwortlich sind Hannah Cooper-Borchardt als Küchenchefin und Martin (Marty) Cooper als Gastgeber. Sie steht in der offenen Küche, er begrüßt die Gäste persönlich. Hannah und Marty haben sich in Kopenhagen kennengelernt; beide schätzen die skandinavische Küche, etwa durch ihre Erfahrungen im Noma. Ihr gemeinsames Projekt Feed the Pony startete im Juli 2019 mit ersten Pop-ups in Dublin, bevor sie Anfang 2020 nach Berlin zogen und dort mit Pop-ups und Events weitermachten. Seit 2024 betreiben sie nun ein festes Restaurant in der Schillerpromenade.
Marty führt mit viel Expertise und Leidenschaft durch den Abend. Er betont, dass die Weinkarte sowohl Natur- und Low-Intervention-Weine als auch konventionelle Tropfen umfasst. Der gebürtige Ire schwärmt von der Produktqualität seiner Heimat und lässt die Gäste mit einigen Kostproben daran teilhaben.
Die blaue Markise ist ein wichtiger Hinweis – sonst könnte man an dieser besonderen Adresse schon mal vorbeilaufen. Auch der Innenraum hat seine Feinheiten: Wer auf Details achtet, entdeckt gefaltete Miniatur-Kraniche als Tischdeko und ein paar Banksy-Bilder zwischen all den französischen Reminiszenzen des Vorgängers. (emh)
Feed the Pony
Schillerpromenade 37, Neukölln,