Das wird der beste Sommer überhaupt!
Das finden nicht nur wir, der EssPress, sondern auch prominente Persönlichkeiten, die Genuss zelebrieren. Und diese finden immer wieder Orte, die diese Stadt – trotz allem – lebenswert machen. Gerade im Sommer stellt sich dieses typische Berlin-Gefühl ein: Alles kann, nichts muss. Jedenfalls dreht sich alles wie immer um den guten Geschmack, um Genuss, ums Essen, Trinken mit Freunden und der Familie. Oder auch mal alleine an einem Tisch, draußen vor der Tür einer Weinbar ...
Claudia Steinbauer
ist General Managerin und Gastgeberin des traditionsreichen Berliner Clärchens Ballhaus. Mit umfassender Erfahrung in der Gastronomie prägt sie das Clärchens mit ihrer Expertise, ihrem Gespür für Menschen und ihrer Wertschätzung für den historischen Ort. Steinbauer steht für Gastfreundschaft, Teamführung und die Verbindung von Berliner Geschichte mit zeitgemäßem Gastronomie-Erlebnis
„Diese stillen, kleinen Vormittagsmomente“
„Es ist noch ganz still in unserem Biergarten, lange vor den Öffnungszeiten, und meine schwangere Kollegin Nele sitzt mit unserer 96 Jahre alten Frau Siegel im Biergarten. Sie schwatzen über Frau Siegels „damals im Claerchens“. Unser Koch Tobias kommt um die Ecke und serviert schon mal die erste Bratwurst zum Probieren. Er setzt sich dazu, während ich die Getränke hole. Dank meiner Freundin Marie trinken hier alle Soda-Zitrone, und den besten Espresso mache immer noch ich – gelernt von Papa Pane in der Ackerstraße persönlich. Diese stillen, kleinen Vormittagsmomente sind meine Seelentankstelle für alles, was noch kommt.“
Clärchens Ballhaus
Auguststraße 24/25, Mitte,
Traditionelle Biergärten – Empfehlungen der Redaktion:
Prenzlauer Allee 242
Prenzlauer Berg
www.augustiner-boetzow.berlin
täglich ab 12 Uhr
Lichtensteinallee 2
Tiergarten
www.cafeamneuensee.de
Mo-Fr ab 12 Uhr,
Forum an der Museumsinsel 10
Mitte
täglich ab 12 Uhr
Steven Vick
ist der Küchenchef des veganen Fine-Dining-Restaurants Oukan (Ackerstraße 144, Mitte). Er steht für eine kreative, rein pflanzenbasierte Küche, die stark von japanischen Aromen und Fermentationstechniken inspiriert ist. Dabei legt er großen Wert auf Handwerk und verwendet viele selbst hergestellte Produkte. Seine kulinarische Handschrift zeichnet sich durch eine tiefe Geschmacksvielfalt und den Umami-Faktor aus.
„Die Atmosphäre ist immer ausgezeichnet“
„In den wärmeren Monaten sitze ich gerne draußen an einem Tisch mit guter Gesellschaft. Einer meiner Lieblingsorte dafür ist die Bar Elisabeth im Wedding. Sie hat eine wunderbare und ansprechende Auswahl an Wein und anderen Getränken. Das Personal ist unglaublich hilfsbereit, und die Atmosphäre ist immer ausgezeichnet. Ich besuche auch gerne das nahe gelegene Freya Fuchs, die Schwesterbar, die mehr auf Biercocktails ausgerichtet ist.“
Bar Elisabeth
Sprengelstraße 41, Wedding,
Freya Fuchs
Tegeler Straße 34, Wedding,
Bierbars – Empfehlungen der Redaktion:
Ackerstraße 29
Mitte
drink.brewdog.com/eu_de/brewdog-berlin-mitte/
täglich ab 12 Uhr
Giesebrechtstraße 15
Charlottenburg
www.brlo.de/gastronomien/
brlo-charlottenburg
Di-Fr ab 17 Uhr,
Sorauer Straße 31
Kreuzberg
täglich ab 17 Uhr
Meike Peters
erstes Kochbuch „Eat In My Kitchen“ erschien 2016 auf Deutsch und Englisch und wurde 2017 mit dem renommierten James Beard Foundation Award ausgezeichnet – einem der wichtigsten Preise der internationalen Kochszene.
„Segel setzen und auf eine frische Brise hoffen!“
„Sommer in Berlin?
Entweder radeln wir zum Liepnitzsee, zuerst mit der Bahn nach Bernau und dann aufs Fahrrad geschwungen, auf dem Weg dorthin noch ein paar frische Kirschen am Straßenrand gekauft, wir strampeln durch den schattigen Wald, und dann ab ins kühle Nass. Da hat man sich sein Picknick redlich verdient!
Oder ab nach Buckow, zum karibisch anmutenden Schermützelsee. Hier kann man sich charmante, etwas in die Jahre gekommene Ruderboote mieten, die sich geradezu für ein Picknick anbieten und zum Sprung in die türkis-blauen Fluten einladen – direkt vom Boot aus (man muss nur schauen, wie man nachher wieder hineinkommt).
Mein absolutes Sommer-Highlight ist und bleibt jedoch der gute alte Wannsee. Hier mieten wir uns eine Jolle, setzen die Segel und hoffen auf eine frische Brise. Bleibt sie aus, ist das auch kein Drama, wir haben ja unsere Verpflegung gleich dabei, und lassen uns einfach treiben. Und der Ohrwurm aus den 1950er Jahren erinnert an die goldene Berliner-Sommer-Regel: Pack die Badehose ein!“
La Cantine d’Augusta
Langenscheidtstraße 6/6a, Schöneberg,
Picnic Berlin
Im Bio-Feinkostladen, Großbeerenstraße 11, Kreuzberg,
Am Wasser – Empfehlungen der Redaktion:
Alt-Moabit 99
Moabit
Mo-Fr ab 11.30 Uhr,
Schiffbauerdamm 5
Mitte
www.ganymed-brasserie.de
täglich ab 9 Uhr
Zur Alten Flussbadeanstalt 5
Rummelsburg
Mo-Fr 18-21.30 Uhr,
Alexandra Laubrinus
ist Managing Partner und Geschäftsführerin der
„Wir lassen uns unseren Feierabend nicht vom Wetter diktieren“
„Berlin im Sommer – das bedeutet nicht automatisch Sonnenschein und laue Abende.
Und hier saß ich also im Regenmantel im neu eröffneten Onette, bei dem Wetter, das Berlin uns gerade schenkt. Dazu ein perfekt gemixter Ode Spritz, während die Wolken immer dunkler werden. Die anderen Gäste schauen skeptisch gen Himmel, aber niemand geht. Typisch Berlin: Wir lassen uns unseren Feierabend nicht vom Wetter diktieren.
Und sind wir mal ehrlich: Wenn wir bei Regenwetter gemeinsam unter den Markisen sitzen, rücken alle ein wenig näher zusammen, lachen lauter, reden intensiver. Übrigens:
Onette
Grunewaldstraße 11, Schöneberg,
Apéro genießen – Empfehlungen der Redaktion:
Brunnenstraße 11
Mitte
www.barmilanoberlin.com
Mo-Sa ab 18 Uhr
Monbijouplatz 11
Mitte
Di-Sa ab 18 Uhr
Paul-Lincke-Ufer 44
Kreuzberg
Philipp Vogel
ist Küchenchef und Hoteldirektor des Boutique-Hotels
„Mit seinen Tischpartnern ins Gespräch kommen“
Gazzo Pizza
Hobrechtstraße 57, Neukölln,
Eis – Empfehlungen der Redaktion:
Rosenthaler Straße 40
Hackesche Höfe
Mitte
täglich ab 12 Uhr
Max-Beer-Straße 33
Mitte
täglich 12-23 Uhr
Hufelandstr. 7,
und Pasteurstraße 32
Prenzlauer Berg
täglich 12-20 Uhr
Marie-Anne Wild
gilt als „Kopf und Herz“ des Restaurants Tim Raue, das unter anderem zwei Michelin-Sterne und 19,5 Gault&Millau-Punkte trägt und regelmäßig zu den besten Restaurants der Welt zählt. Marie-Anne Wild steht für Innovationsgeist, exzellenten Service und weibliches Empowerment in der Spitzengastronomie. Seit 2018 organisiert sie den exklusiven Ladies Lunch, der Frauen aus Gastronomie, Wirtschaft und Kultur zum Austausch zusammenbringt. Darüber hinaus ist sie als Beraterin für Gastronomiekonzepte tätig und gibt in ihrem Podcast „Auf ein Glas Champagner mit Marie-Anne“ Frauen der Branche eine Bühne
„Bühne purer Lebensfreude“
„Wer an einem lauen Sommerabend in der Nähe des Teufelssees unterwegs ist, sollte unbedingt bei Taverna Inos einkehren. Es ist ein familiengeführtes griechisches Restaurant mit großzügiger Terrasse direkt am Wald und außergewöhnlich herzlichem Service.
Hier wird geteilt, nachbestellt, probiert. Besonders empfehlenswert: knusprig frittierte Zucchinischeiben mit Tsatsiki und Rote Bete mit Knoblauch: frisch, leicht scharf und einfach köstlich. Herzhaft wird’s mit zarten Lammkoteletts und Ofenkartoffeln, gegrillter Dorade, cremigem Schafskäse, aromatischem griechischen Wein – und dem traditionellen Bifteki, einer hausgemachten griechischen Spezialität aus saftigen, gewürzten Hackfleisch-Patties, oft mit Feta gefüllt und mit Zitronenkartoffeln serviert. Also wirklich alles, was das Herz begehrt.
An vier Sommerabenden im Jahr verwandelt sich Taverna Inos in die Bühne purer Lebensfreude: Live-Musik, Tanz, traditionelle Tellerzeremonien. Ich hatte das Glück, an einem dieser Abende dabei zu sein. Und was soll ich sagen? Die Atmosphäre war magisch. Gäste tanzten zusammen, die Inhaber führten einen traditionellen Tanz auf, Teller wurden zerschmissen, aus Fremden wurden Freunde für einen Moment. Ob mit oder ohne Musik – Inos ist der perfekte Ort für laue Berliner Sommernächte mit mediterranem Herz.“
Taverna Inos
Eichkampstraße 156, Grunewald,
Griechische Restaurants – Empfehlungen der Redaktion:
Suarezstraße 49
Charlottenburg
Mo-Sa 17-23 Uhr
Spanische Allee 72
Nikolassee
Di-Fr 16-24 Uhr
Sa+So 12-24 Uhr
Karl-Liebknecht-Straße 1
Vera-Brittain-Ufer, Mitte
www.instagram.com/
sanenaberlin
Di-Sa 17-24 Uhr
Jan-Peter Wulf
ist ein profilierter Fachjournalist, Redakteur und Autor aus Berlin mit Spezialisierung auf Gastronomie, Food-Trends und die Gastroszene. Er ist Gründer und Betreiber des renommierten Gastronomieblogs
„Wie die Torstraße zur Via Porta wird“
„Ciao, Tor-ino!
Ich mag es, wenn die Gastronomie in einer Herausforderung eine Chance erkennt – und ein neues Angebot daraus macht. Etwa in der Toskana zu Zeiten der Pest: Die Leute mussten voneinander Abstand halten, und weil sie auf Wein freilich nicht verzichten wollten, wurde der durch sogenannte „Buchette del Vino“ (Weinfenster) verkauft. Kontaktlos quasi, wir kennen das Spiel.
Die Herausforderung in der Bar „Pawn Dot Com“ wie in so vielen Bars im Sommer: Am späten Nachmittag und frühen Abend ist noch wenig los, der Innenhof ist sehr schön, aber schattig. Weil es die Sommersonne um diese Zeit besonders gut mit der Straßenfront des schmucken Backsteinhauses meint, haben die Betreiber Dustin Render und Marius Döring aus dem Zeitfenster Berlins wohl erstes „Aperitivo-Fenster“ gemacht: Aus einer eingebauten Klappe (der Raum dahinter ist eigentlich ihr Büro) servieren sie jetzt immer von Donnerstag bis Samstag Wein wie damals in Florenz, Bier und verschiedene Spritzes.
Vor allem aber vier leckere Aperitif-Eigenkreationen, wie den lieblichen „Via Salfina“ mit Bergamotte, Grauburgunder und trockenem Tonic oder den würzigen „Tokyo Amalfi“ mit Sake, hausgemachtem Limoncello, Holunder und Kaffir – beide prickelnd karbonisiert. Dazu kommen kleine Snacks und aus der Box Italo-Pop – und wer ein bisschen Fantasie mitbringt, spürt, wie die Torstraße zur Via Porta wird.“
Window Sips Pop-up an der Pawn Dot Com Bar
Torstraße 164, Mitte,
Bars – Empfehlungen der Redaktion:
Winterfeldtstraße 50
Schöneberg
täglich ab 19 Uhr
Kantstraße 79
Charlottenburg
Di-So ab 18 Uhr
Potsdamer Straße 102
Tiergarten
täglich ab 18 Uhr
Stefanie Hofeditz
liebt es, alles Schöne zu entdecken und darüber zu schreiben – von außergewöhnlichen Eisdielen über exklusive Brunches bis hin zu neuen Bar-Konzepten. Privat kocht sie gern für Freunde und ist häufig in der Berliner Gastroszene unterwegs, wo sie Trends früh erkennt und mit ihrer Expertise begleitet
„Gerne auf ein zweites Glas“
„Oh, Sommer in Berlin! Der Hauptstadt steht die Hitze so gut. Alles blüht, alles grünt – und es gibt nichts Schöneres als sich mit Freunden an einem lauen Sommerabend draußen auf ein Glas und einen Happen zu treffen. Ich sitze am liebsten vor Dr Maury in Prenzlauer Berg. Benannt ist die frankophile, kleine Weinbar nach einem französischen Arzt, der in den 70er Jahren ein Buch namens „Wein macht gesund“ schrieb, in dem er gegen jedes Leid, jede Krankheit einen anderen Wein empfahl. Tempranillo gegen Traurigkeit, Merlot als Mittel gegen Melancholie?
Genauso tut es Alex und sein wahnsinnig nettes Team heute. Ich trinke gerne Rosé – welchen, das weiß Alex sowieso, aber zu neuen Gästen kommt er gerne mit zwei, drei Flaschen an den Tisch und lässt sie kosten, es wird darüber gesprochen, gelacht, bestellt. Auf der kleinen, feinen Speisekarte sind Teller von Beef Tataki bis Knoblauchschnecken – sehr lecker und alles nicht teuer, sodass ich gerne auf ein zweites Glas bleibe. So schmeckt mir der Sommer in Berlin.“
Dr Maury Wine Bar
Schönhauser Allee 62, Prenzlauer Berg,
Weinbars – Empfehlungen der Redaktion:
Kolonnenstraße 62
Schöneberg
Di-Sa ab 17 Uhr
Audre-Lorde-Straße 49
Kreuzberg
Mi-So ab 17 Uhr
Kastanienallee 27
Prenzlauer Berg
Do-Mo ab 17 Uhr