Fotos: Selina Schrader / HiPi Aufmacher Maru
Maru

Von Du-Bu, Ssam-Bab und Makgeolli

Ein Ehepaar aus Südkorea hat sich in die Stadt Berlin verliebt und das Restaurant Maru eröffnet

„Ich bin schon das zweite Mal hier“, die junge Frau am Nachbartisch beweist damit ihre Freude über das gute Essen. Dennoch lässt sich von dort ein Raunen vernehmen, als die Etagere mit den verschiedenen Reishappen serviert wird. Das hatte der Nebentisch nämlich noch nicht. Ssam-Bap nennen sich die kleinen Bällchen, die mit eingelegtem, geraspeltem Gemüse, Seetang und Tofu getoppt sind. Dazu kommen noch kleine Schälchen mit Brokkoli, Kim Chi, winzige Weißkohlrouladen und anderen eingelegtem Gemüse. Das macht optisch was her.

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Neugier ist eine Vorraussetzung. Wer das Maru besucht, benötigt kein Stilbewusstsein und muss Lust auf Entdeckungen haben. Dann kann bei dieser südkoreanischer Küche nichts schief gehen. Es gibt auch kein Halten bei der Bestellung der Getränke. Makgeolli lautet die Order, und es landet eine Art Wasserkessel mit Schälchen auf dem Tisch. So wird also der für Korea typische gegorener Reissaft serviert. Das schlürft sich einfach mal so weg, ist nicht besonders eindrucksvoll, aber tatsächlich Alkohol.

Hae-Mul-Den-Jang-Gug ist ein Eintopf mit Meeresfrüchten, eine Art koreanische Boullabaise mit Miesmuscheln, Taschenkrebs, Garnelen, Kabeljau und Rettich. Du-Bu ist Tofu, und den gibt es in ungewöhnlich vielen Variationen. Gegrillt mit Kim Chi ist die Schärfe und das Raucharoma ausbalanciert. Dann noch der Frühlings-Zwiebel-Pfannkuchen, der lässt sich mit Stäbchen etwas schwierig essen, ist aber knusprig und süßlich scharf – und das Abendessen für Zwei ist perfekt.

Selbstverständlich stehen auch die Klassiker auf der Karte wie Bulgogi, Bibimbap oder Chicken Teriyaki. Koreanisch ist keine einfache Sprache. Die Gerichte sind deshalb nummeriert, so dass die Verständigung mit den Inhabern leichter fällt. Denn die beiden lernen gerade Deutsch. Was der zuvorkommenden Höflichkeit ihres Services als auch der Kochkunst keinen Abbruch tut. (emh)

Maru
Rigaer Straße 74, Friedrichshain, Tel. 030 26 54 56 52, www.facebook.com/maru.berlin, Speisen von 4,50 € bis 13,90 €, Getränke ab 2,50 € bis 25,50 € (Flasche Wein)